Mit der heutigen Veröffentlichung des Rainbow Map & Index 2026 von ILGA-Europe im Vorfeld des IDAHOBIT am 17. Mai bewertet der europäische Dachverband erneut die rechtliche und politische Situation von LGBTIQ+ Menschen in 49 europäischen Staaten. Während Spanien erstmals den ersten Platz übernimmt und mehrere Länder Fortschritte insbesondere im Bereich der Rechte von trans und intergeschlechtlichen Menschen erzielen konnten, warnt ILGA-Europe gleichzeitig vor zunehmenden Rückschritten und politischen Angriffen auf queere Rechte in Europa.
Luxemburg bleibt im diesjährigen Ranking auf Platz 10. Für Rosa Lëtzebuerg ist dieses Ergebnis jedoch kein Zeichen eines nachhaltigen Fortschritts oder einer Stabilisierung, sondern vielmehr Ausdruck einer seit Jahren anhaltenden politischen Stagnation. Nachdem Luxemburg 2021 noch den dritten Platz belegte, fiel das Land in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück und verharrt nun erneut außerhalb der europäischen Spitzengruppe.
Als nationale Interessenvertretung der LGBTIQ+ Community in Luxemburg und Mitglied von ILGA-Europe war Rosa Lëtzebuerg auch in diesem Jahr an der Erstellung des Rainbow Index beteiligt. Durch die Bereitstellung und Verifizierung von Informationen zur rechtlichen Situation in Luxemburg trägt die Organisation dazu bei, die Entwicklungen im Großherzogtum im europäischen Vergleich sichtbar zu machen.
Rosa Lëtzebuerg begrüßt ausdrücklich die Arbeit des Ministeriums für Gleichheit und Diversität sowie der zuständigen Ministerin Yuriko Backes im Rahmen der Ausarbeitung des neuen Nationalen Aktionsplans LGBTIQ+ (PAN). Insbesondere die verstärkte Berücksichtigung kultureller Sichtbarkeit, Sensibilisierung und gesellschaftlicher Teilhabe queerer Menschen stellt ein wichtiges Signal dar und greift zahlreiche Anliegen der Community auf. Gleichzeitig stellt Rosa Lëtzebuerg jedoch mit Sorge fest, dass mehrere zentrale Forderungen, die das konkrete alltägliche Leben vieler LGBTIQ+ Menschen unmittelbar betreffen, im aktuellen PAN nicht oder nicht mehr ausreichend berücksichtigt werden. Gerade in Zeiten europaweiter Angriffe auf die Rechte queerer Menschen braucht es nicht nur symbolische Sichtbarkeit, sondern auch konkrete gesetzgeberische Fortschritte.
Rosa Lëtzebuerg hält daher weiterhin an seinen langjährigen Forderungen fest und fordert die Regierung auf, die bereits im Koalitionsabkommen angekündigten Maßnahmen endlich konsequent umzusetzen.
Dazu gehören insbesondere:
das Verbot sogenannter Konversionstherapien,
die automatische Anerkennung der Ko-Elternschaft unabhängig von sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität der Eltern,
das Verbot medizinisch nicht notwendiger Operationen an Kindern mit variablen Geschlechtsmerkmalen ohne deren informierte Zustimmung,
die konsequente Entpathologisierung von trans Menschen sowie dem Entfallen einer psychiatrischen Beurteilung im Rahmen des Zugangs zu geschlechtsangleichenden Behandlungen,
- sowie ein entschlosseneres politisches Vorgehen beim Zugang zu Familiengründung und reproduktiven Rechten für queere Menschen vor dem Hintergrund des verfassungsmäßigen Rechtes desselben.
„Luxemburg verfügt weiterhin über vergleichsweise starke rechtliche Grundlagen im europäischen Vergleich. Doch andere Länder entwickeln sich weiter, während Luxemburg seit Jahren wichtige Reformen aufschiebt. Wenn Luxemburg seinem Anspruch als offenes und inklusives Land gerecht werden will, braucht es jetzt politischen Mut und konkrete Fortschritte statt weiterer Verzögerungen“, erklärt Rosa Lëtzebuerg.
Die vollständige Rainbow Map 2026 von ILGA-Europe wird heute veröffentlicht und ermöglicht einen detaillierten Überblick über die rechtliche Situation von LGBTIQ+ Menschen in Europa.